Häsordnung

  1. Jeder Träger des Narrenkostüms ist verpflichtet, das Ansehen der Narrenzunft zu mehren, dem Ansehen des Vereins keinen Schaden zuzufügen und die Interessen der Narrenzunft zu vertreten.

  2. Offizielle Kleidung:
    Bei der Suche nach einer Narrenfigur für die Narrenzunft Nordrach bot sich die historische Begebenheit, dass um das Jahr 1700 im hinteren Nordrachtal eine Glasfabrik betrieben wurde besonders an. So kam man auf ein „Glasmännlein“, den „Glashansel“. Darstellen soll die Figur den Mann, der die Produkte der Glasfabrik als Hausierer verkaufte.

    Die Schuhe sind derbe Holzschuhe aus naturfarbenem Oberleder. In den Schuhen werden die aus grober, naturfarbener Schafwolle handgestrickten Socken mit langem Rohr getragen.

    Die Hose aus schwarzem Manchester ist an den Beinen eng geschnitten und wird in die umgeschlagenen Sockenrohre gesteckt. Das Oberteil des Häs ist ein weitgeschnittener Umhang mit Ärmeln aus grauem Loden. £In den Ärmeln eingenäht sind Stulpen aus rotem Baumwollstoff, vorne mit Gummizug. Die Hände sind mit schwarzen Wollhandschuhen bedeckt.

    Am Vorderteil sind runde Plättchen aus Granulat geschmolzen, mit Gliederkettchen angenäht. Auf dem Rücken ist ein rundes Stoffbild- es zeigt einen Glasbläser bei der Arbeit- auf grüner Filzplatte aufgenäht. Die Kopfbedeckung, eine aus blauer Schafswolle gestrickte Mütze, mit 2 Zipfeln (nach vorne und hinten) gibt nur das Gesicht frei und hat ein bis zur Schulter reichenden Tellerkragen. An ihm sind rechts und links an der Schulter je 3 Schellen, dazwischen abwechselnd Granulatplättchen und Miniaturfläschchen aus Glas angenäht. Die Maske, eine handgeschnitzte Holzmaske, hat einen verschmitzten, lustigen Gesichtsausdruck. Entworfen wurde sie von Holzbildhauermeister Josef Tränkle aus Elzach. In der Hand trägt der Glashansel einen geschälten Ahornstecken mit dem Wurzelstock nach oben. An den Wurzelenden sind 4 Schellen befestigt.

  3. Jedes Vereinsmitglied kann ein Narrenkostüm erwerben. Das notwendige Material muss über die Zunft bezogen werden. Die Anfertigung erfolgt in Eigenarbeit unter Anleitung des Häsmeisters oder Stellvertreter. Stoff und Wolle für die Erstausstattung wird von der Zunft getragen, Maske, Schuhe, Glasfläschchen, Granulatplättchen und Schellen muss jeder selbst bezahlen. Das Häs wird beim Häsmeister nummeriert und registriert. Hosen für Hästräger müssen über die Zunft bezogen werden.

  4. Kinder und Jugendliche unter 10 Jahren dürfen in der Häsgruppe ohne Maske mitwirken. Der Stoff für den Umhang wird von der Zunft übernommen. Es muss eine schwarze Hose getragen werden. Holzschuhe sind nicht unbedingt erforderlich. Auf den Umhang der Kinder unter 10 Jahren wird kein Bild aufgenäht. Der Umhang für Kinder wird, soweit wie möglich, aus Stoffresten hergestellt. Ist der Umhang zu klein muss er unaufgefordert an die Zunft zurückgegeben werden.

  5. Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren dürfen eine Maske tragen. Das Häs muss vollständig sein. Siehe Punkt 2.

    Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur in Begleitung der Eltern an einem Umzug teilnehmen oder in Begleitung eines erwachsenen Hästrägers, wenn dieser und die Eltern zuvor beim Jugendhäsleiter eine schriftliche Einverständniserklärung unterschrieben haben. (Vordrucke hat der Jugendhäsleiter).

    Sollte dies nicht der Fall sein sieht sich die Zunft gezwungen den Jugendlichen nach Hause zu schicken.

    Jugendliche unter 16 Jahren dürfen an auswärtigen Abendveranstaltungen im Häs nicht teilnehmen, auch nicht in Begleitung der Eltern.

    Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren dürfen an Abendveranstaltungen nur teilnehmen, wenn die Rückfahrt durch die Zunft oder durch die Eltern bis 24.00 gewährleistet ist.

  6. Der Besitzer eines Häs kann dieses nur einem Vereinsmitglied zur Benutzung überlassen. Der berechtigte Träger eines Narrenkostüms kann dies nur mit Zustimmung des Vorstandes für längere Zeit einem anderen übertragen.

  7. Jeder Hästräger, der eine Maske trägt muss nach Punkt 2 vollständig ausgerüstet sein. Der Vorstand, der Häsmeister oder deren Vertreter sind berechtigt, die Narrenkleidung auf Vollständigkeit und Zustand zu überprüfen. Bei unsachgemässer Behandlung können entsprechende Auflagen gemacht werden. In schwerwiegenden Fällen kann das Tragen des Häs zeitweise oder für immer untersagt werden.

  8. Die Häsgruppe tritt nur bei Veranstaltungen der Narrenzunft Nordrach oder zu eingeladenen Veranstaltungen auf. Mit Genehmigung des Häsmeisters können Gruppen von mindestens 5 Hästrägern auch Veranstaltungen außerhalb von Nordrach besuchen, wenn die Narrenzunft zu diesem Termin an keiner anderen Veranstaltung teilnimmt. In diesen Fällen übernimmt die Narrenzunft keine Haftung.

  9. Wenn ein Hästräger ohne triftigen Grund 2 Jahre das Häs bei Veranstaltungen nicht trägt, kann er aus der Häsgruppe ausgeschlossen werden, das Häs muss dann an die Zunft zurückgegeben werden. Die Maske
    und Schuhe können von der Zunft zu einem angemessenen Betrag zurückgekauft werden. Für die Arbeit zur Herstellung des Häs wird keine Entschädigung bezahlt.

    Für den Fall, dass ein Hästräger wegzieht und nicht mehr in der Gruppe mitwirkt, gelten die gleichen Bestimmungen.

    Sollte ein Hästräger ohne Grund mehr als dreimal in Folge zum eingeteilten Arbeitsdienst nicht erscheinen, so kann er ebenfalls mit den obigen Bedingungen aus der Häsgruppe ausgeschlossen werden. Fehlt ein Hästräger unentschuldigt beim Arbeitseinsatz, wird er mit einer Geldstrafe von
  10. € 20.– belegt, die der Häskasse zufliessen.

  11. Verantwortung für die Einhaltung der Häsordnung hat der Häsmeister und seine Stellvertreter. Diesen Anordnungen ist Folge zu leisten. Bei Zuwiderhandlungen kann die Vorstandschaft den Ausschluss aus der Häsgruppe beschliessen.

  12. Die Narrenzunft Nordrach erhebt den Urheberanspruch auf das unter der Bezeichnung „Glashansel“ angefertigte Kostüm. Eine ganze oder teilweise Nachahmung ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Narrenzunft Nordrach e.V. zulässig.



Nordrach, den 01.01.2006

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